Ver- oder Mieter – wer kümmert sich um Einbruchschutz?

Man tut oft so einiges, um die eigenen vier Wände vor Einbruch zu schützen. Was aber tun, wenn man genau genommen nicht die eigenen vier Wände bewohnt, sondern der Vermieter der Eigentümer der Wohnung ist? Wer hat für den Einbruchschutz zu sorgen – Mieter oder Vermieter?

Sie sind Mieter?

Prinzipiell gilt, dass der Vermieter für den Standardeinbruchschutz aufkommen muss. Das betrifft das übliche Niveau an Sicherheit bei Eingangstür und Fenster, etwa, dass Eingangs- und Wohnungstür verschließbar sein müssen. Alles, was darüber hinausgeht, haben Sie als Mieter zu übernehmen, es sei denn Sie machen den Vermieter bereits bei der Besichtigung des Mietobjekts darauf aufmerksam und einigen sich auf eine Aufrüstung.

Sie müssen in jedem Fall die Zustimmung des Vermieters einholen, wenn Sie etwa Türspione, Sicherheitsvorrichtungen für die Fenster, Riegelschlösser oder ein im Möbelstück integrierten Sicherheitstresor anbringen lassen möchten. Wenn Sie Glück haben, erreichen Sie, dass der Vermieter für den Umbau aufkommt, allerdings hat der dann auch im Gegenzug das Recht, die Miete zu erhöhen.

Sollten Sie während des Mietverhältnisses Umbauten vorgenommen haben, müssen Sie diese beim Auszug wieder rückgängig machen, sofern der Vermieter das wünscht. Hier ist die Absprache essentiell, denn es kann gut sein, dass der Vermieter die Sicherheitsvorkehrungen gerne übernimmt, dann sparen Sie sich den Rückbau.

Im Falle des Einbruchs hat der Vermieter die Sicherheitsmaßnahmen nachzubessern, sofern sie beim Einbruch beschädigt wurden – was ziemlich sicher der Fall ist. Kommt er nicht für diese Nachbesserungen auf, können Sie eine Mietminderung beantragen. Der Vermieter haftet nicht für Schäden, die an Ihrem Eigentum entstanden sind, was meist das Mobiliar betrifft. Er hat lediglich Schadensersatz zu leisten, wenn es sich um Objekte handelt, die im Mietvertrag mit erwähnt und somit Teil des Mietobjektes als Ganzes sind.

Ein Problem haben Sie, wenn Sie sozusagen Mitschuld am Einbruch haben. Haben Sie die Tür nicht abgesperrt, oder die Fenster gekippt, steigt die Versicherung aus und auch der Vermieter ist zu keinerlei Schadensersatz mehr verpflichtet.

Sie sind Vermieter?

Als Vermieter müssen Sie eigentlich lediglich dafür sorgen, dass Eingangs- und Wohnungstür abschließbar sind und Fenster und Türen den allgemeinen Sicherheitsstandards entsprechen. Akzeptiert der Mieter bei der Besichtigung die Sicherheitsvorkehrungen, haben Sie keinerlei Verpflichtung mehr, Verbesserungen zu unternehmen.

Sollte der Mieter aber darauf bestehen bestimmte Maßnahmen im Vorfeld vorzunehmen, haben Sie diese zu leisten. Im Rahmen eines Wertverbesserungszuschlages können Sie die Kosten dafür aber in Form einer Mieterhöhung wieder an den Mieter abwälzen. Bei jeglichen anderen Sicherheitsumbauten hat der Mieter Ihre Erlaubnis einzuholen, die Sie ihm auch gestatten müssen, sofern es sich nicht eigentlich um anderweitige Umbauten handelt.

Sind solche Maßnahmen erfolgt und Ihr Mieter zieht aus, haben Sie das Recht sozusagen den Rückbau zum alten Sicherheitsstand der Wohnung zu fordern. Sie sind aber natürlich nicht dazu verpflichtet und dürfen die neuen, wahrscheinlich besseren Sicherheitsstandards übernehmen, was den Wert Ihres Mietobjektes steigert.

Im Falle des Einbruchs kommt es drauf an, ob alle Parteien ihre vorbeugenden Pflichten erfüllt haben. Waren die Standards nicht gewährleistet, müssen Sie für etwaige Schäden an der Wohnung aufkommen. Allerdings nur für Schäden an Ihrem Eigentum, das Bestandteil des Mietumfangs ist. Für Mobiliar, das dem Mieter gehört, müssen Sie keinerlei Haftung übernehmen.

Sobald bei einem Einbruch nachgewiesen werden kann, dass der Mieter fahrlässig gehandelt hatte (etwa durch ein gekipptes Fenster, oder ähnliches), sind Sie praktisch aus dem Schneider. Sie sind dann gegebenenfalls noch dazu verpflichtet die entstandenen Schäden an den Sicherheitsmaßnahmen (Türschloss gebrochen? Fensterrahmen kaputt?) auszubessern.

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