Die neue Grunderwerbsteuer ist da

Grunderwerbssteuer 2016

Die Übertragung von Liegenschaften ist für viele Menschen ein großes Rätsel. In der Tat gibt es dabei vieles, was Sie beachten sollten. Ein besonderes Augenmerk muss selbstverständlich auf die Absicherung der Übergeber gelegt werden. Ebenso sollten auch die erb- und pflichtteilsrechtlichen Konsequenzen, insbesondere die für die weichenden Kinder, abgeklärt werden, damit niemand um seinen rechtmäßigen Anteil gebracht wird.

Die neue Grunderwerbssteuer kurz erklärt

Seit 1.1.2016 gibt es also die neu geregelte Grunderwerbssteuer. Doch was besagt diese nun? Bei Übergaben innerhalb der Familie wurde bisher der Einheitswert des Grundstücks als Bemessungsgrundlage herangezogen. Nun ist es nicht mehr der Einheitswert, sondern der sogenannte Grundstückswert, auf dessen Grundlage die Grunderwerbssteuer berechnet wird. Berechnet wird die Steuer entweder über die Summe des hochgerechneten dreifachen Bodenwertes zuzüglich des Gebäudewerts, auf Basis eines Immobilienpreisspiegels, oder auf Grundlage eines Sachverständigengutachtens.

Zur Anwendung kommt dabei zudem ein gestaffelter Steuersatz: Die ersten 250.000 Euro des Grundstückswerts werden mit 0,5% versteuert. Für die nächsten 150.000 Euro Grundstückswert werden 2% an Steuern fällig und für den Teil, der die 400.000 Euro übersteigt, beträgt der Steuersatz 3,5%.

Ein konkretes Beispiel: Angenommen, ein Vater übergibt seine Liegenschaft mit einem Grundstückswert von 500.000 Euro an seine Tochter. In diesem Fall beträgt die Grunderwerbssteuer 7.750 Euro, denn 250.000 Euro werden mit einem Steuersatz von 0,5% versteuert (1.250 Euro), die nächsten 150.000 werden mit 2% versteuert (3.000) und die restlichen 100.000 werden mit 3,5% versteuert (3.500 Euro).

Was es sonst noch zu beachten gibt

Erwerbe zwischen denselben Personen werden innerhalb der letzten fünf Jahre zusammengerechnet. Das hört sich komplizierter an, als es ist. Wenn also eine Mutter innerhalb von fünf Jahren zwei Wohnungen im Wert von jeweils 200.000 Euro an ihren Sohn überträgt, wird dies als ein Vorgang besteuert. Also beträgt die Grunderwerbssteuer in diesem Fall 4.250 Euro, weil die Annahme lautet, dass hier eine Wohnung zum Preis von 400.000 Euro besteuert wird.

Dasselbe Prinzip gilt, wenn zwei oder mehrere Personen einer Person eine wirtschaftliche Einheit übertragen. Das naheliegendste Beispiel wäre, dass Vater und Mutter ihrem Sohn eine Liegenschaft schenken, die beiden von ihnen zur Hälfte gehört.

Was die Besteuerung von Liegenschaften betrifft, ist die Übertragung von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken innerhalb der Familie begünstigt. Hier wird nur mit einem Satz von 2% vom einfachen Einheitswert besteuert.

Lassen Sie sich in jedem Fall vorab von einem Notar mit Spezialisierung auf Immobilienrecht beraten. Das Notariat Dr. Christoph Sigl, LLM in Innsbruck legt dabei besonderen Wert darauf, dass wirtschaftliche Zielsetzungen bestmöglich erreicht werden.

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